Punzen-Verzeichnis: was die Zahl auf dem Stück bedeutet
Die kleine eingeschlagene Zahl nennt den Feingehalt in Tausendsteln — 925 heißt 925 von 1.000 Gewichtsteilen Silber. Zwei Ausnahmen entscheiden hier über viel Geld: Karat-Stempel rechnen anders, und die Zahlen 90 und 100 sind überhaupt keine Feinheit.
| Punze | Auch gestempelt als | Karat | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 333 | 8K · 8 kt | 8 Karat | Einsteiger- und Kinderschmuck, ältere Ketten |
| 375 | 9K · 9 ct | 9 Karat | britischer und irischer Standardschmuck (9 ct) |
| 585 | 14K · 14 ct · 583 (alt, russisch) | 14 Karat | der häufigste Schmuck-Feingehalt in Deutschland |
| 750 | 18K · 18 ct | 18 Karat | hochwertiger Schmuck und Luxusuhren |
| 900 | 0.900 | — | historische Goldmünzen wie 20 Mark, Vreneli und 20 Franc — im Schmuck praktisch nicht anzutreffen |
| 916 | 917 · 22K · 22 ct | 22 Karat | klassische Anlagemünzen wie Krügerrand und Sovereign |
| 986 | 0.986 | — | Dukatengold — die klassische Feinheit österreichischer und niederländischer Dukaten |
| 999 | 999,9 · FEINGOLD · 24K | 24 Karat | Feingold: Barren und moderne Anlagemünzen |
| Punze | Auch gestempelt als | Karat | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 800 | Halbmond & Krone | — | deutsches Tafelsilber und Bestecke |
| 835 | Halbmond & Krone | — | europäische Umlaufmünzen und Schmuck des 20. Jahrhunderts |
| 900 | 0.900 · Coin Silver | — | Umlauf- und Gedenkmünzen, etwa US-Silbermünzen bis 1964 — bei Besteck unüblich |
| 925 | Sterling · Sterlingsilber | — | internationaler Schmuckstandard (Sterlingsilber) |
| 999 | 999,9 · FEINSILBER · FINE SILVER | — | Feinsilber: Anlagemünzen und Barren |
Verlinkte Punzen führen zum Rechner für diese Feinheit — dort steht der aktuelle Wert pro Gramm.
Halbmond und Krone
Das Paar aus Halbmond und Krone ist kein Herstellerzeichen, sondern das deutsche Feingehalts-Kennzeichen: eingeführt mit dem Reichsgesetz von 1884, geführt für Silber ab einem Feingehalt von 800. Es steht deshalb fast immer neben der Zahl, nicht statt ihrer. Fehlt beides und findet sich gar keine Angabe, spricht das für versilberte Ware oder Edelstahl.
Karat-Stempel und internationale Angaben
Angelsächsische Ware stempelt den Goldgehalt oft in Karat statt in Tausendsteln: 14K entspricht 585, 18K entspricht 750, 22K entspricht 916,7. Beide Schreibweisen bezeichnen dieselbe Legierung — Karat ist ein Vierundzwanzigstel, 24 Karat also reines Gold. Bei Silber begegnen einem „Sterling“ oder „925/1000“ statt der nackten Zahl; gemeint ist jeweils 925. Britische Punzen tragen zusätzlich Stadt- und Jahresbuchstaben, die das Stück datieren, aber nichts über den Feingehalt sagen.
Meister- und Herstellerpunzen
Neben der Feingehaltszahl steht meist ein zweites, oft bildliches Zeichen: die Meister- oder Herstellerpunze. Sie identifiziert die Werkstatt oder Manufaktur und sagt nichts über den Feingehalt aus. Für den Materialwert ist sie irrelevant — für den Sammlerwert kann sie entscheidend sein, weil vollständige Bestecke bekannter Manufakturen über dem Schmelzwert gehandelt werden.
Wo die Punze steht
Bei Ringen innen an der Schiene, bei Ketten an der Schließe oder auf einem angelöteten Plättchen, bei Besteck auf der Rückseite des Stiels und bei Messern häufig auf der Klinge. Die Stempel sind klein und oft abgegriffen — eine Lupe und seitliches Licht helfen mehr als Reiben.
Dieses Verzeichnis deckt die im deutschen Handel gängigen Punzen ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: historische, regionale und ausländische Stempelsysteme kennen weit mehr Zeichen, als hier stehen. Im Zweifel hilft eine Prüfung beim Fachhändler oder einer Scheideanstalt.
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Angaben zur Orientierung beim Nachschlagen — kein Ersatz für eine Prüfung des einzelnen Stücks. Eine Punze ist eine Herstellerangabe; verlässlich ist am Ende nur die Analyse.